„Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben.“ Mit diesem Zitat der englischen Krankenschwester Cicely Saunders (1918-2005) erklärte uns Frau Sabine Mussack vom Hospizverein St. Elisabeth bei ihrem Besuch in unserer Klasse am 30. April, was Hospizarbeit ausmacht. Wie geht man damit um, wenn man so krank ist, dass keine Behandlung mehr helfen kann, wenn klar ist, dass das Sterben näher rückt und zur Gewissheit wird? Mit dieser Frage setzten sich die Neuntklässler bereits vorab im Rahmen des katholischen Religionsunterrichts zum Thema Tod und Sterben auseinander.
In ihrem Vortrag erklärte Frau Mussack, wo die Ursprünge der Palliativmedizin und heutigen Hospizarbeit liegen und wie sie in unserer Zeit praktiziert wird. Seit einigen Jahren werden Strukturen dafür auch im Unterallgäu ausgebaut und seit kurzem gibt es auch ein Hospiz-Zimmer in einem Pflegeheim in Türkheim. Im ambulanten Hospiz werden Menschen zu Hause betreut und die Angehörigen unterstützt. Dabei ist es Ziel, Symptome der Erkrankungen, wie zum Beispiel Schmerzen und Atemnot, zu kontrollieren und den Menschen ein möglichst gutes Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Das reicht von der Unterstützung im Alltag, über intensive Gespräche bis hin zum Kochen des Lieblingsessens, wann immer derjenige es möchte, oder zu letzten Ausflügen an einen geliebten Ort. Oft hilft diese Zuwendung, dass die Menschen ihre Angst vor dem Tod verlieren, sich ihr Zustand bessert und sie letztlich ihr Schicksal annehmen können. Frau Mussack sah daher die aktuellen Diskussionen um die Sterbehilfe kritisch, da nach ihrer Erfahrung eine gute Hospizarbeit diese überflüssig mache. Ziel der Gesundheitspolitik sollte es daher sein, die Hospizarbeit weiter zu fördern, damit allen Todkranken diese Möglichkeit der Begleitung offenstehe.
Sehr offen erzählte Frau Mussack in der anschließenden Fragerunde von ihren Erfahrungen in dieser Arbeit und wie bereichernd und sinnvoll sie diese empfinde. Natürlich entstehe zu den Sterbenden eine zum Teil intensive Bindung und so sei Trauer auch immer Begleiter ihrer Arbeit. Durch die Zusammenarbeit im Team und Supervision versuche man aber, professionell damit umzugehen und, wenn möglich, auch ganz persönlich Abschied von den Menschen zu nehmen, indem man etwa ihre Beerdigung besuche. Ihre eigene Einstellung zum Leben habe sich durch die Arbeit im Hospiz dahingehend verändert, dass sie mehr im Moment lebe, das Leben intensiver lebe und die Erfüllung von Wünschen und Träumen nicht mehr auf die lange Bank schiebe.

Mali – schon mal gehört, aber natürlich noch die da gewesen. So ging es uns, als wir im Rahmen des GSE-Unterrichts von diesem afrikanischen Land als Beispiel für ein Entwicklungsland erfuhren.
Informationen aus erster Hand erhielten wir am 13. April, als uns der Jugendoffizier der Bundeswehr, Hauptmann Fabian von Skrbensky, live ins Klassenzimmer zugeschaltet war. Von ihm erfuhren wir einiges mehr über Mali, wie die Menschen dort leben und mit welchen Herausforderungen sie zu kämpfen haben. Die Bundeswehr ist dort seit einigen Jahren im Einsatz, so auch Hauptmann von Skrbensky. Er berichtete davon, wie versucht wird, den Frieden im Land zu sichern und den Menschen dort ein möglichst normales Leben zu ermöglichen und nebenbei auch die wirtschaftliche Situation zu bessern. Dabei schult die Bundeswehr Soldaten vor Ort und sorgt dafür, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Immer wieder kommt es dabei zu gefährlichen Zwischenfällen. Dennoch sind die Menschen im Land sehr dankbar für die Hilfe und im Zusammentreffen der Kulturen gibt es für beide Seiten viel, was man voneinander lernen kann.
Nach 90 Minuten Vortrag mit vielen Bildern und Info-Filmen gab es Gelegenheit, unsere Fragen zu stellen. Hauptmann von Skrbensky beantwortete diese sehr ausführlich, vor allem auch zu Möglichkeiten, sich bei der Bundeswehr in vielen Berufen ausbilden zu lassen und dort zu arbeiten.

