Am Dienstag, den 10. März 2026, besuchte Herr Bauer vom Hospiz in Memmingen die Religionsklasse 8/9 unserer Schule. In seinem Vortrag berichtete er den Schülerinnen und Schülern über seine Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden Menschen.

Herr Bauer erklärte zunächst, was ein Hospiz ist. In einem Hospiz werden Menschen betreut, die unheilbar krank sind und sich in ihrer letzten Lebensphase befinden. Ziel der Hospizarbeit ist es, diesen Menschen möglichst viel Lebensqualität und Würde zu ermöglichen. Die Hospizbewegung setzt sich dafür ein, den Betroffenen in ihrer verbleibenden Zeit nicht nur medizinische Betreuung, sondern auch menschliche Nähe, Gespräche und kleine Momente der Freude zu schenken – also „dem Leben mehr Tage zu geben“.

Das erste Hospiz in Deutschland wurde 1986 in Aachen gegründet. Seitdem hat sich die Hospizbewegung stark weiterentwickelt. Auch das Hospiz in Memmingen arbeitet mit vielen engagierten Menschen zusammen: Dort sind etwa 85 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter tätig, außerdem 14 hauptamtliche Mitarbeitende sowie 9 ehrenamtliche Vorstandsmitglieder.

Alle Beteiligten leisten einen wichtigen Beitrag. Sie nehmen sich Zeit für Gespräche, schenken den Patientinnen und Patienten menschliche Zuwendung, helfen im Alltag und hören aufmerksam zu. Manchmal bedeutet ihre Aufgabe auch einfach, gemeinsam zu schweigen und für die Sterbenden da zu sein.

Herr Bauer berichtete außerdem über die sogenannte SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung). Dieses Angebot ermöglicht es schwerstkranken Menschen, zu Hause zu bleiben, wenn sie nicht ins Krankenhaus möchten. Ein spezialisiertes Team betreut die Patientinnen und Patienten rund um die Uhr und begleitet sie auch in ihrer letzten Lebensphase.

Seit etwa zwölf Jahren engagiert sich Herr Bauer selbst als Hospizbegleiter in der Region Tussenhausen. In dieser Zeit hat er ungefähr 30 Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleitet. Er erzählte den Schülerinnen und Schülern, dass ihn manche Schicksale auch persönlich beschäftigen, besonders wenn er einen Menschen über längere Zeit begleitet hat und dieser schließlich stirbt.

Um mit diesen Erfahrungen umgehen zu können, treffen sich die Begleiterinnen und Begleiter regelmäßig zu sogenannten Reflexionstreffen. Dort sprechen sie gemeinsam über ihre Erlebnisse und verabschieden sich in einem kleinen Ritual von den Verstorbenen.

Am Ende seines Besuchs berichtete Herr Bauer auch von seinen eigenen Vorstellungen für das Lebensende. Er sagte, dass er im Falle einer schweren Krankheit keine lebensverlängernden Maßnahmen wie Beatmungsgeräte wünschen würde. Außerdem möchte er, dass bei seiner Beerdigung keine Reden gehalten werden.

Der Besuch von Herrn Bauer hinterließ bei der Klasse einen nachhaltigen Eindruck. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen eindrucksvollen Einblick in die wichtige und zugleich sehr menschliche Arbeit der Hospizbewegung.

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